Viele Unternehmen investieren aktuell massiv in ESG-Reporting. Neue Dashboards, neue KPIs, neue Tools – und trotzdem hört man immer wieder dieselben Sätze:
„Wir wissen nicht genau, woher die Zahlen kommen.“
„Die Daten haben wir sicher irgendwo.“
„Die Qualität ist … naja.“
Genau darüber haben wir am 6. Mai 2026 gemeinsam mit Glacier im Deep Dive „Pflicht vs. echte Nachhaltigkeit: Daten als Hebel für grüne Entscheidungen“ gesprochen.
Das Problem ist selten die fehlende Motivation zur Nachhaltigkeit.
Das eigentliche Problem ist die fehlende Transparenz und Qualität der zugrunde liegenden Daten.
ESG ist Datenarbeit – keine Reporting-Übung
In vielen Organisationen wird ESG noch immer als Reporting-Aufgabe verstanden: Zahlen zusammentragen, Bericht fristgerecht abgeben, Häkchen setzen. In der Realität ist ESG vor allem eine Frage der Datenqualität, Datenverfügbarkeit und Governance.
Denn jede ESG-Kennzahl basiert auf verteilten Datenquellen, unterschiedlichen Definitionen und häufig manuellen Prozessen. Wenn diese Grundlagen nicht sauber sind, entstehen Effekte, die viele Unternehmen aus dem Alltag kennen:
- widersprüchliche Reports
- mangelnde Nachvollziehbarkeit
- hoher manueller Aufwand
- verzögerte ESG- und CSRD-Projekte
Nachhaltigkeit beginnt damit nicht beim Bericht – sondern bei der Art, wie Daten erfasst, strukturiert, gepflegt und genutzt werden.
Schlechte Daten kosten mehr als Nerven

Daten werden häufig als technisches Randthema betrachtet. Tatsächlich haben sie direkte Auswirkungen auf Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch und Unternehmenssteuerung.
Unstrukturierte oder veraltete Datenbestände führen zu:
- erhöhtem Speicher- und Energieverbrauch
- ineffizienten Prozessen
- manuellen Aufwänden in ESG- und CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) Reportings
- fehlender Transparenz und unsicheren Kennzahlen
- verzögerten Nachhaltigkeitsinitiativen
Gerade im ESG-Kontext wird sichtbar, wie kritisch Datenqualität geworden ist: Energieverbrauch, Lieferketten, Compliance, Governance, HR, Infrastruktur oder CO₂-Kennzahlen – all diese Daten müssen zusammengeführt werden, wenn Nachhaltigkeit steuerbar werden soll.
Wo ESG-Projekte wirklich scheitern
Im Deep Dive wurden typische Bruchstellen klar sichtbar – und viele Teilnehmende haben sie aus der eigenen Praxis bestätigt:
- Fehlende Prozesse
Wie werden ESG-relevante Daten erhoben, verarbeitet, geprüft? - Keine Nachvollziehbarkeit
Woher kommen Zahlen, wie wurden sie verändert? - Unklare Zuständigkeiten
Wer ist verantwortlich für Datenqualität? - Keine einheitlichen Datenformate
Daten sind nicht vergleichbar oder nutzbar.
Das Ergebnis: ESG wird zur Pflichtdisziplin – nicht zum strategischen Steuerungsinstrument.
Der Wendepunkt: Data Governance als ESG-Hebel

Die entscheidende Veränderung passiert nicht bei den Tools, sondern bei der Data Governance.
Eine moderne Data-Governance-Strategie schafft die Grundlage für effizientes ESG-Datenmanagement und belastbares ESG-Reporting:
- Transparenz
Unternehmen wissen, welche ESG-Daten vorhanden sind, wo sie liegen und wie aktuell sie sind. - Effizienz
Doppelte Datenhaltung und manuelle Prozesse werden reduziert. - Nachhaltigkeit
Weniger unnötige Datenspeicherung bedeutet geringeren Ressourcenverbrauch. - Bessere Entscheidungen
Verlässliche Daten ermöglichen fundierte ESG- und Business-Entscheidungen. - Compliance
Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), ESG- und Audit-Vorgaben lassen sich deutlich effizienter erfüllen.
Was zunächst technisch klingt, ist hoch strategisch: ESG-Kennzahlen werden nicht nur erstellt, sondern tatsächlich für Entscheidungen genutzt.
KI & ESG: Potenziale nur mit guter Datenbasis
Plattformen wie Glacier AI zeigen, wie Unternehmen ESG-Prozesse automatisieren, Daten effizienter analysieren und Reporting-Aufwände reduzieren können. Ziel ist nicht nur schnellere Compliance, sondern mehr Zeit für die eigentliche Nachhaltigkeitsarbeit.
Die Qualität der Ergebnisse hängt jedoch weiterhin von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Ohne saubere Datenbasis kann auch die beste KI keine belastbaren ESG-Entscheidungen unterstützen.
Von Reporting zu Wirkung
Der größte Unterschied zeigt sich nicht im Bericht, sondern in der Nutzung der Daten:
- ESG-Kennzahlen werden als Steuerungsinstrument verstanden
- Maßnahmen lassen sich priorisieren, vergleichen und nachhalten
- Fortschritte in der nachhaltigen Transformation werden messbar

“Nachhaltigkeit scheitert selten an der Motivation. Sie scheitert an der Datenbasis.“
– Anna Neureiter, Data Governance Managerin, IT-Power Services
Wer ESG ernst meint, muss Daten genauso ernst nehmen – nicht als Nebenprodukt, sondern als strategisches Asset.
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Ausblick: Executive Circle am 10. Juni 2026

Die Diskussion hat gezeigt: Viele Unternehmen stehen vor denselben Herausforderungen — und suchen nach praxisnahen Lösungen.
Am 10. Juni 2026 vertiefen wir das Thema im Executive Circle „Zwischen Anspruch und Umsetzung – Daten als Hebel für nachhaltigen Erfolg“ – einer gemeinsamen Initiative von IT-PS, Glacier, ProLion und NetApp.
In einem exklusiven Kreis von C-Level-EntscheiderInnen sowie IT- und Nachhaltigkeitsverantwortlichen geht es darum, wie Unternehmen ihre Daten als strategische Grundlage für KI, ESG und nachhaltigen Unternehmenserfolg nutzen können – und welche organisatorischen Hürden heute wirklich bremsen.
Mehr Informationen zum Executive Circle finden Sie auf unserer Eventseite.